Warum heißt Ludwigslust so wie es heißt und was hab ich als Hochzeitsfotograf damit zu tun?
Es ergab sich unlängst für mich die Möglichkeit in Ludwigslust eine wunderschöne Hochzeit zu fotografieren. So fing ich an über den Namen nachzudenken – warum heißt Ludwigslust eigentlich Ludwigslust? Den ersten Hinweis erhielt ich von einem weisen Kutscher, der Braut und Bräutigam nach der Trauung zum Lustwandeln in den Schlosspark fuhr. Ich setzte mich auf den Kutschbock und fuhr mit. Nachdem er uns zu den schönsten Plätzen für Hochzeitsporträts fuhr (die ich aber zu seinem Gram nicht nutzte, sondern ich mochte lieber Ostschick und fancy Abruchhäuser) erwähnter er nebenbei, dass Ludwig 40 Kinder mit Mätressen in Ludwigslust gezeugt hat (ist aber aus jedem was geworden, denn sie bekamen lt. dem Kutscher alle gute Anstellungen beim Militär). Vielleicht heißt deshalb Ludwigslust so wie es heißt? Auf jeden Fall ließ mich die Geschicht nicht los und ich scheine mich gedanklich auf metaphysischer Ebene so stark darauf konzentriert zu haben, dass mir eines Nachts König Ludwig erschien (ohne Mätressen) und sagte: “Roland, mach dir keinen Kopf, früher war alles anders und du wirst es nie herausfinden. Als Trost lasse ich Dir aber ein schönes Album da, früher waren dort schön gemalte Bilder meiner Mätressen drin, damit ich unterwegs auch ein wenig frohlocken kann und die Mädels immer in meinem Herzen habe. Jetzt sind die Bilder verblasst und ich überlasse Dir, wass Du in das Album klebst.” Ich sagte daraufhin zu Ihm: “Ja, Ja, Mädels immer am Herzen, erzähl mir doch keine Märchen.” Ludwig entgegnete: “Ähm….. ja…..äh, glaube was Du willst, ich muss jetzt schnell weg….” Mit einem lauten Plopp vrschwand er aus meinen Träumen und ich wachte auf. Neben mir auf dem Nachtisch lag ein wunderschönes Album. War es doch lein Traum……? In das Album passen vierzig 10×15 Bilder hinein, wo früher Ludwigs Mätressen verewigt waren ist jetzt Doppelklebefolie angebracht, so dass man Fotos einfach einkleben kann. Was mache ich jetzt damit?
Viel schlauer bin ich noch nicht, warum Ludwigslust Ludwigslust heißt. Vielleicht kann mir einer meiner Blogleser weiterhelfen?
Ich bin auch bereit das Album an denjenigen zu verschenken, der mir in den Kommentaren die beste, unglaublichste Gechichte zu Ludwigslust und warum es so heißt hinterlässt. Die muss auch nicht wahr sein, nur wirklich gut.
Dieses rare Stück Album, was mir Ludwig dagelassen hat, werdet Ihr nirgendwo in einem Geschäft kaufen können, es ist quasi unbezahlbar. Und wenn Ihr dann Eure eigenen Hochzeitsfotos hineinklebt, dann habt Ihr auch ein absolutes Einzelstück. So schaut es aus:

Also macht Euch ran und feilt an einer schönen Geschichte. Heute in zwei Wochen werde ich entscheiden, welche Geschichte mir am besten gefällt. Es muss nicht die Wahrheit sein, geschmacklich grenzwertige Sachen sind nicht erlaubt. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen und meine Verwandten dürfen auch nicht mitmachen:-).
Aber es gibt ja auch noch den Hauptgrund, warum ich überhaupt in Ludwigslust war: Ich habe dort eine standesamtliche Hochzeit mit anschließendem Fest fotografiert. Es war eine der emotionalsten Hochzeiten die ich bisher erlebt habe. Es gab reichlich Freude, Glück und Tränen, aber auch Spass und Ausgelassenheit. Ob da König Ludwig auch noch ein wenig rumgespuckt hat?
Gefeiert wurde im im schönen Innenhof des Hotel de Weimar. Die Lokation und das Essen war vorzüglich. Und hier gibt es ein paar Eindrücke:



















Schlagwörter: Hochzeit, Hochzeitsalbum, Hochzeitsfotograf, Ludwigslust, Roland Michels, Schloss Schadau
Am 26. Mai 2009 um 14:26
eine Geschichte zum Ludwigslust kann ich jetzt nicht auf die schnelle schreiben ;-)
aber die Bilder sind wie immer natürlich und voller Emotionen!
auch wenn ich gerne wüste was für Getränk auf dem letzten foto in den schicken Flaschen abgefühlt war :-)
Am 26. Mai 2009 um 14:28
“auch wenn ich gerne wüste was für Getränk auf dem letzten foto in den schicken Flaschen abgefühlt war”
->>> Mätressenbräu
Am 26. Mai 2009 um 15:03
[...] ist eine kleine Auswahl dieser Hochzeit. Ein Blick auf meinen Hochzeitsfotografen-Blog lohnt sich heute doppelt, denn dort sind richtig viele Bilder dieser wunderschönen Hochzeit zu [...]
Am 28. Mai 2009 um 20:15
Hallo Roland,
ich weiß zwar nicht wie es zu dem Namen “Ludwigslust” kam, aber ich kann es verstehen dass man sich hin und wieder solche Fragen stellt.
Daher möchte ich dir heute eine, von vielen, kleinen Geschichten unserem Kurfürsten August den Starken erzählen. Wie man weis war er, genau wie Ludwig, kein Kostverächter, nur soll er ja angeblich 354 unehelichen Kinder gezeugt haben.
Die schönste Brücke von Dresden die direkt vom goldenen Reiter zum Dresdner Schoss führt hieß eine Langezeit Dimitroff –Brücke.
So wurde mir als kleines Kind erzählt, das August der Starke mit seiner Kutsche über die Brücke fuhr und rechts, sowie links standen die Mätressen, und er sprach
di mit troff und di mit troff.
Ich hoffe du bist der sächsischen Sprache ein kleinwenig Kundig, sonst geht’s nach hinten los.
http://de.wikipedia.org/wiki/Augustusbr%C3%BCcke
Mittlerweile heißt sie wieder standesgemäß Augustusbrücke und ich weiß auch das sie nach bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitroff benannt war.
Na ja vielleicht hat dir meine kleine Geschichte gefallen, denn deine fand ich Klasse.
Und überhaupt komme ich regelmäßig bei dir stöbern und lesen, hole mir Anregungen und versuche mit den Augen zu lernen. Nett wenn man sich doch über das eine oder andere austauschen kann.
Liebe sonnige Grüße aus Dresden
Sendet
Jeannette
Am 31. Mai 2009 um 09:59
Hallo Jeanette,
vielen Dank für diese lustige Geschichte, vielleicht kommen ja noch welche hinzu, ansonsten steuerst du alleine auf den Gewinn des Buches zu:-).
LG
Roland
Am 1. Juni 2009 um 13:14
Hallo Roland!
So ganz ohne Konkurenz darf Jeanette ja auch nicht sein….
Ich gehöre zu den Gästen dieser wunderschönen Hochzeit und habe da so eine Theorie warum Ludwigslust Ludwigslust heißt:
Ich bin überzeugt das unser König ganz zufällig auf dieses wunderschöne Fleckchen Erde gestoßen ist. Die tollen Bäume, die zu seinem Schloßpark wurden, zogen ihn in den Bann. Er ließ seine Kutsche anhalten und vergaß ganz wohin seine Reise eigendlich führen sollte und begann dort zu lustwandeln – das Herz erfüllt von all den schönen Dingen im Leben – schmackhaftes Essen, vorzüglicher Wein, eine schöne Melodie im Schatten des Waldes und er traf schöne Frauen in diesem Landstrich, die ihm Lust auf mehr machten. Er konnte nicht mehr davon lassen und es zog ihn immer wieder dorthin zurück. Um in Ruhe seine Lust zu leben, baute er seinen Mätressen ein Lustschloß- das mit vielen Zimmern viel Platz bot. Doch nicht er selbst gab dem Ort diesen Namen. Auch nach seiner Zeit blieb die Faszination bestehen und nicht nur Ludwigs Nachkommen sondern auch andere Menschen verfielen dem Bann. Sie alle bekamen zu unterschiedlichen Dingen Lust aber vor allen Lust auf die Liebe. Da man einen Ort aber nicht Lust nennen konnte, benannte man ihn nach dem Manne mit der größten Lust – die vielen Mätressen sind der Beweis! Jetzt fanden auch weitere Liebende ohne weiteres diesen Platz, da der Ruf Ludwigs als großer Liebhaber durchs Land zog und jerder darauf hoffte, auch diesen Platz zu finden, wo man glücklich leben kann. Auch unser Brautpaar verfiel diesem Bann und man hatte ja auch schon ein besonders schönes Standesamt gebaut. Der Platz davor eignet sich super toll zum Hochleben des frisch gebackenen Ehepaares. Und die Lust, die mit Ludwig begann breitet sich aus…. Viele unverheiratete Gäste dieser Feier sind auf den Geschmack gekommen – wer weiß, ob du nicht bald wieder auf unser Brautpaar triffst – als Gäste auf der nächsten Hochzeit….
Zum Schluß mußt du wissen, daß du den Zauber von Ludwigslust weiterträgst – mit deinen wunderschönen Bildern…
Der Ort heißt vielleicht in ein paar Jahren Ludwigshochzeitslust…
Liebe Grüße und vielen Dank für diese schöne Erinnerung an diesen Tag!!
Ulrike
Am 1. Juni 2009 um 18:48
[...] nichts zu sehen. Im Kontext der Volksfabeln und Märchenstories möchte ich noch einmal auf mein Gewinnspiel zwei Beiträge tiefer hinweisen, momentan sind die Chancen sehr hoch ein wunderschönnes 10×15 [...]
Am 7. Juni 2009 um 20:48
Hallo Roland,
wir, das Brautpaar aus Ludwigslust, möchten auch einen Kommentar hinterlassen. Erst einmal vielen, vielen lieben Dank, dass Du uns mit Deiner Kamera an einem unserer schönsten Tag begleitet hast. Wir schauen uns immer wieder gerne die wunderschönen Fotos und die Slideshow an, und sind jedes Mal aufs Neue begeistert, welche Details Du mit Deiner Kamera eingefangen hast.
Wir haben uns auch schon immer gefragt, woher Ludwigslust seinen Namen hat. Nun sind wir der Lösung des Gewinnspiels auf die Spur gekommen. ;-)
Schon Herzog Ludwig suchte einst einen Ort, wo er seinen Interessen nachgehen und verweilen konnte. Und so geschah es, dass ein ganz bestimmtes Fleckchen Erde eine magische Anziehungskraft auf Ihn ausübte. Er konnte hier jagen, sei es nach Wild oder Damen – einfach mal die Seele baumeln lassen. Ihn zog es immer wieder dorthin zurück. Die Spaziergänge durch die tiefen Wälder und die nicht enden wollenden Bachläufe hatten Ihn in den Bann gezogen. Auch uns hat es dieser Ort angetan. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Der Park mit seinen vielen kleinen Häusern drum herum versprüht einen ganz eigenen Charme. Irgendwann bemerkte der Bruder von Ludwig dessen Faszination für diesen Ort und verkündete im Sommer des Jahres 1754 an Ludwigs Jahrestag, dass von nun an dieser Ort Ludwigslust heißen soll. Uns geht es jetzt ähnlich wie Ludwig. Der Ort wird für immer mit uns in Verbindung stehen und müsste genau genommen umbenannt werden in: Schoopslust ;-)
Viele Grüße
Susann & Thomas
Am 8. Juni 2009 um 23:28
Hallo Roland,
auf diesem Wege noch einmal ein ganz herzliches DANKESCHÖN, dass Du unsere Hochzeit fotographiert hast. Wir sind schon ganz schön gespannt – besonders auf die Fotos im Liegen.
Außerdem sind wir natürlich auf das Album von Herzog Ludwig scharf…hier unsere ganz einfache Erklärung warum Ludwigslust Ludwigslust heißt:
Die Ursprünge des Ortes liegen im Gut Klenow. Die Schreibweise des Ortsnamens wandelte sich immer wieder:
Man nannte den Ort villa Clonow, Klenow, Clenowe, Klene, Cleynow, Klenow, Kleynow, Kleyow, Kleinow und Klenow…
Irgendwann wurde es Herzog Christian Ludwig, der schon als Prinz ein Jagdschloss in Klenow (oder Kleinow? oder Clenowe?…) hatte erbauen lassen, zu bunt. Der Herzog, dessen geistige Kapazitäten nicht die der heutigen Politiker überstieg, konnte sich all diese Namen zusätzlich zu den ganzen Frauennamen nicht merken, der eigenen Name war schon schwer genug! So benannte er den Ort schlichterdings nach sich – Ludwigslust. Das war einfach zu merken, beeindruckte die weibliche Gesellschaft und klang auch noch besser. So konnte dann auch der lang gehegten Wunsch von Herzog Ludwig erfüllt und die Residenz des Herzogtums von Schwerin nach Ludwigslust verlegt werden.
Liebe Grüße aus Berlin, Dorothea & Christoph
Am 9. Juni 2009 um 16:57
Nun sitze ich schon den ganzen Tag hier und überlege welche Geschichte denn die beste ist und wem ich Ludwigs Album zukommen lasse. Ich kann mich einfach nicht entscheiden und darüber bin ich irgendwie eingeschlafen. Prompt erschien mir wieder Ludwig, der alte Lüstling: “Da sitzt du jetzt aber ganz schön tief im Pudding, ich an Deiner Stelle könnte mich auch nicht entscheiden.”
“Tja” seufzte ich im Schlaf “Was soll ich machen? Ich finde alle Geschichten gleich gut und kann mich wirklich nicht entscheiden. Wenn ich jetzt eine Geschichte wählen würde, wäre ich selber sehr traurig, weil die anderen genauso gut sind ?”
Ein verschmitztes Lächeln erschien auf Ludwigs Gesicht, ich dachte schon jetzt dreht er mir als Trost eine seiner Mätressen an. Bei dem Gedanken, dass die schon über 300 Jahre alt sein müssen, schossen mir schon seltsame Gedanken durch den Kopf…. Aber es kam ganz anders: ” Weißt du was, ich kann mir dein ganzes Grübeln nicht mehr mit ansehen. Hast du eigentlich geglaubt, die Mätressen haben alle in ein Album gepasst? Ne, ich habe hier noch drei weitere Alben, alle ähnlich aber doch alle ein Einzelstück. Verschenk doch einfach ein Album pro Geschichte und alles wird gut…”
Ich erwachte so langsam aus meinem Dämmerschlaf und fand drei weitere wunderschöne Alben, hergestellt in bester Handwerksqualität neben mir auf dem Tisch. Auch hier sind die Mätressen-Pinups längst verblasst. Super, jetzt fällt mir doch ein Stein vom Herzen, da ich jetzt für jede hier erzählte Geschichte ein Album habe. Das erste, hier gezeigte Buch bekommt das Brautpaar aus Luwigslust, alle anderen erhalten Alben, die im einband ein wenig variieren.
Vielen Dank an Jeanette, Ulrike, Susann & Thomas und Dorothea & Christoph, ich melde mich bei euch wegen der Lieferadresse.
Roland
PS.: Damit ist der Geschichtenwettbewerb geschlossen!